Fall des Monats

August 2015

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Titel: Große Krampfader an der Wade - eine Venentherapie mit einem unglaublichen Sofortergebnis

Patient: B.N. männlich, 30 J., Beschwerden: Große Krampfadern im Wadenbereich links seit mehreren Jahren, nächtliche Wadenkrämpfe.

Voruntersuchung im Venenzentrum einer Universitätsklinik; Diagnose: Insuffizienz der Vena saphena magna links. Empfehlung: Crossektomie der V. saphena magna mit stadiengerechtem Stripping, anschließende Sklerosierungsbehandlung der oberflächlichen Seitenäste. 6 Wochen Kompressionsstrumpf.

Unsere Diagnostik: Nicht die V. saphena magna (Innenseite von Ober- und Unterschenkel) ist die Ursache des Problems – sie ist völlig gesund bis auf einen kleinen Seitenast - sondern die V. saphena parva (Kniekehle bis unterer Wadenbereich). Ferner ist die tiefe Beinvene (Vena poplita) insuffizient. Von der Kniekehle aus füllen sich die sichtbaren Krampfadern.

Unsere Behandlung: Vorbereitung mit Markierung der Problemzone (A), Endovenöser Laser der V. saphena parva (diese beginnt etwa in Höhe der Kniekehle, liegt 1 cm unter der Haut und ist unsichtbar, obwohl sie die Ursache der Krampfadern ist) in kleiner lokaler Anästhesie (B). Im gleichen Arbeitsgang ohne weitere Punktion Behandlung der sichtbaren Krampfadern. (C) zeigt den Unterschenkel beim Ende der etwa 25-minütigen Behandlung. Der Venartis – Folienverband (D) stabilisiert das schöne Ergebnis und erlaubt Sport und Duschen. Entlassung beschwerdefrei.

Kommentar: Der Fall wurde ausgewählt, um auf die Wichtigkeit der richtigen Diagnose aufmerksam zu machen. In diesem Fall wäre aufgrund eines Fehlers 1.) eine unnötige Operation, 2.) eine Entfernung der falschen (gesunden) Vene, 3.) eine unnötiger zweiter Termin (Sklerosierung), 4.) eine unnötig lange Kompressionsbehandlung und 5.) leider keine Behandlung der wirklichen Krankheitsursache erfolgt.

Folgerung: Eine Therapie kann nie besser sein als die Diagnose. Wie einfach die richtige Lösung ist, zeigen die Bilder.