Mit Venenkleber gegen Krampfadern

Die Idee ist, erkrankte Venen nicht nur zu verschließen, sondern auch sofort im Durchmesser zu minimieren. Bei sehr großen erkrankte Venen ist die Rückbildungsphase bei herkömmlichen Therapien gelegentlich mit Missgefühlen (Spannungsgefühl oder wie Muskelkater) verbunden. Durch gute Klebetechniken könnte es vermieden werden. Es geht also um Komfort.

Das erste zugelassene Produkt (VenaSeal, Covidien) bringt keine praktischen Vorteile, denn die Erfolge sind nur durchschnittlich, es treten durchaus Beschwerden auf, der verwendete Kleber benötigt Jahre bis Jahrzehnte um sich aufzulösen (Kunststoffimplantat, Acrylatkleber), ein Set kostet mit etwa 1.500 € das Vierfache eines ClosureFast, und gerade die großen Venen, die am ehesten profitieren würden, sind nicht dafür geeignet.

Das neue Klebesystem VariClose (Biolas) leistet schnelle und zuverlässige Venenverschlüsse. Auch dieses System verwendet Acrylatkleber, hat aber einige technische Vorteile und ist dennoch preiswerter (etwa 1.000 €). 

Achtung, liebe Patienten: Oft werden werbend besondere Vorteile genannt, wie etwa der Verzicht auf Kompressionsstrümpfe: Diese sind bei tieferliegenden Venen mit allen Verfahren (Kleber, Laser, Mikroschaum) entbehrlich, und bei äußeren Krampfadern wird immer eine Kompression benötigt - hier ist die Lösung also nicht Kleber, sondern ein unsichtbarer Folienverband (Venartis C-Film, Patent Dr. Ragg).

Neue Verfahren: IntraShape. Es erzielt den selben Effekt wie ein Kleber, jedoch ohne aggressive und schwer abbaufähige Chemie, ab Ende 2015 verfügbar. Ein weiteres neues verfahren ist ScleroGlue, die Klebetechnik der zweiten Generation. Es wird etwa 7/2016 verfügbar sein, wir informieren Sie gern.

Wichtig: Wenn oberflächlichen Krampfadern vorliegen, braucht es immer eine Kompression, sonst gibt es Entzündungen und Verfärbungen! Gute Nachricht: Es gibt eine geniale moderne Alternative, siehe z.B. den Fall des Monats 8/2015.